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Abgeforscht
Wissenschafts-bashing scheint der aktuelle Trend der Saison zu sein. Nachdem vor einem Monat der IG-Nobel, der "Anti-Nobelpreis" für „Forschungen, die nicht wiederholt werden können oder besser nicht wiederholt werden sollten“ vergeben wurde, erscheint in der aktuellen Ausgabe des renommierten "New Scientist" eine Hitliste der "Top 10 bizarre experiments". Autor ist ein gewisser Alex Boese, gescheiterter Doktorand und Betreiber der Internetseite "Museum of hoaxes". In seinem Artikel stellt er wissenschaftliche Versuche vor, die offenbar nur dem Gehirn eines mad scientist entsprungen sein können: Wie zum Beispiel die Injektion von LSD bei einem Elefanten, der dies nicht goutierte und gleich verstarb. Derlei ist nicht besonders lustig (für den Elefanten), aber auch nicht unbedingt wirklich wahnsinnige Wissenschaft, sondern bloß falsche Dosierung.
Egal, hier kommen die Positiv-Beispiele sinnvoller, taufrischer und alltagstauglicher Forschungserkenntnisse: Der Wirtschaftspsychologe Rainer Wieland betreibt Pausenforschung und weiß, dass Menschen bei der Arbeit zwischen 40 und 60 Minuten täglich aus dem Fenster schauen, sinnlos zum Kopierer laufen oder untätig auf ihren Bildschirm starren. Diese versteckten Pausen, so der Wissenschaftler, sind aber wertvoll und helfen, dass sich die Motivation am Arbeitsplatz deutlich erhöhe und - wichtig - sich die Leute anschließend sogar in ihrer Freizeit besser entspannen und auch schlafen könnten. Na bitte, Arbeitgeber, hört die Signale!
Brian Rinker von der Universität von Kentucky ging einer ebenso wichtigen Fragestellung nach: Er untersuchte, ob das Stillen von Babys negative Auswirkungen auf die Form der weiblichen Brüste zeige. "Obwohl das Durchhängen der Brüste mit jeder Schwangerschaft stärker zu werden scheint, haben wir herausgefunden, dass das Säugen diesen Effekt nicht verstärkt", gab Rinke nach Auswertung seiner Studie bekannt. Vielmehr spielten die Anzahl der Schwangerschaften, das Alter, der Body-Mass-Index und das Rauchverhalten eine Rolle. Denn Rauchen baut das Protein Elastin ab, das der Haut Elastizität verleiht und die Brüste stützt. So schaut's aus, liebe Regierung, wo bleibt das öffentliche Rauchverbot?
Bei der Wissenschaft halten wir es gerne mit Friedrich Nietzsche: "Es gibt auf Erden viel gute Erfindungen, die einen nützlich, die andern angenehm: derentwegen ist die Erde zu lieben. Und mancherlei so gut Erfundenes gibt es da, dass es ist wie des Weibes Busen: nützlich zugleich
und angenehm."
( text: peter iwaniewicz ) www.falter.at/tierderwoche
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